Eine Prüfungssiegerin


 

Der letzte Prüfungssieger im Jagdspanielklub war „Vico von der Söhre“, gew. 1995, Führer: Willi Meschede, Züchter: Horst Göppert. Alle drei jagen schon lange in den Ewigen Jagdgründen.

Die Ansprüche, die im Jagdspanielklub gestellt werden, um diesen Arbeitstitel zu erreichen, sind so hoch, dass ich selber vor kurzem noch die Ansicht vertrat: “Man könnte ihn eigentlich abschaffen. Das schafft sowieso keiner!“

 

Wenn man in die Liste der Prüfungssieger hineinschaut, die im Jahr 1950 beginnt, sieht man, dass der Titel früher häufiger vergeben wurde, manchmal sogar jährlich, zumindest alle zwei bis drei Jahre. Seit der Verabschiedung der letzten Prüfungsordnung im Jahr 2003 wurde der Anspruch an den Formwert von SG auf V hochgeschraubt und gerade bei den besten Leistungshunden ist diese Formwertnote nicht sehr häufig.

 

In der Liste der Prüfungssieger stehen ziemlich zu Beginn 1951 Rorü Maerpetz und 1953 Sambo Maerpetz – Hunde meiner Kinderzeit, Hunde von denen mein Großvater noch Geschichten zu erzählen wusste. Züchterin war meine Großtante, Frau Ilse Klicks. Beide Hunde waren übrigens auch Ausstellungssieger.

 

Nun aber zu Chayenne, gew. 2006. Sie ist die fünfte Hündin meiner Zucht, die ich mit Erfolg zur Gebrauchsprüfung geführt habe und mit jedem Hund lernt man dazu. Vier Jahre lang habe ich mit ihr gearbeitet, das erste Jahr mit der Vorbereitung zur Jugendzuchtprüfung (I. Preis mit Höchstpunktzahl) nicht gerechnet. Im zweiten Lebensjahr dann die Vorbereitung zur Herbstzuchtprüfung, d.h. nach der Apportierausbildung in Haus und Garten ab März/April bis September mehrmals wöchentlich Einüben der Prüfungsfächer im Revier. Der September 2008 war regenreich und kalt. Wir hatten sehr viel Hochwasser und Anfang Oktober fuhren wir mit einem am Wasser nicht fertig durchgearbeiteten Hund zur Prüfung. Die Wasserfächer absolvierten wir mehr schlecht als recht bei Schneeregen. Die Besprechung der Leistung am Wasser war eine „Hinrichtung“, der Hund durchgefallen, und ich fuhr abgrundtief frustriert nach Hause.

Im Jahr darauf (ein weiteres halbes Jahr Übungszeit später) zeigte Chayenne dann, was in ihr steckt, und machte die HZP in der Landesgruppe Hessen im I. Preis mit Höchstpunktzahl.

 

 

Chayenne aus dem Immenreich

 

 

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich sie zwei Mal erfolgreich ausgestellt und sie erhielt auch bei der Klubschau in Nürtingen den Formwert V.

 

Nach den schönen Herbst- und Winterjagdtagen ging es dann im Frühjahr 2010 zum Endspurt und die Vorbereitung für die Gebrauchsprüfung begann. In Biberach waren zwar zehn Hunde zur Herbstprüfung gemeldet, aber nur einer davon zur Gebrauchsprüfung – Chayenne. Sie leistete sich keinen Patzer, obwohl ich sehr erleichtert war, als sie beim allerletzten Fach, dem zweiten Stöbergang nach 25 Minuten zurückkam (I. Preis).

 

Wir fuhren anschließend nach Südfrankreich zu meiner langjährigen Freundin Brigitte Bolze. Sie ist die Züchterin von Chayennes Vater  „Plum la Poule des Terres Froides“, einem Sohn von „Vico aus dem Immenreich“. Ich erzählte ihr von Chayennes Prüfungserfolgen und sie sagte: „Mach sie doch zum Champion.“ Mir war dieser Titel so fern, dass ich noch gar nicht auf die Idee gekommen war.

 

Also hieß es im Frühjahr 2011 Chayenne auf ihrem Leistungsstand zu halten. Das war nicht sehr schwer, da ich in dieser Zeit noch mit zwei anderen Hunden aus meiner Zucht arbeitete. Wir mussten die Prüfung in einer anderen Landesgruppe (in diesem Fall Bayern) absolvieren, weil es die Vorschriften für den Titel so vorsehen. Patzer durften wir uns keinen erlauben, da laut Vorschrift des JGHV jede jagdliche Prüfung maximal zwei Mal gemacht werden darf. Wir hatten das Glück, das bei jeder erfolgreichen Prüfung unabdingbar ist. Der Ia Preis war der Lohn und damit war die letzte Vorbedingung für den Titel erfüllt.

Ich danke allen Richtern, die meine Hündin beurteilt haben, für ihren Einsatz, aber auch jedem, der bei den JAG – Übungstagen Schleppen gezogen oder Schweißfährten gelegt hat oder auf andere Weise zum Gelingen beigetragen hat.

 

Arbeit allein genügt für solch eine Leistung nicht – auch die Erbanlagen eines Hundes müssen stimmen. Chayenne hat in der Mutterlinie sechs Immenreich – Generationen hinter sich, in der Vaterlinie sind es fünf Generationen. Der gesamte C – Wurf entsprach im Wesen, bezüglich der Gesundheit und der Leistungsfähigkeit hohen Ansprüchen. Nur das Haarkleid sollte für Stöberhunde schlichter sein – aber 100%ige Hunde gibt es wohl nicht!

 

Ich danke – last, but not least – Brigitte Bolze für ihren züchterischen Beitrag zu meiner Linie.

 

                                                                                                                       Regina Ückert


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last update 02.11.2018

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